Ist das Selfie das Arschgeweih des Internets?

Selfies sind die Ermächtigung des Menschen, das eigene Bild im öffentlichen Raum mitzubestimmen und aktiv zu gestalten.

Wie sie dies letztlich tun, vermag uns zu belustigen, zu begeistern, zu langweilen oder gar zu verstören. Aber es ist die naheliegendste und niederschwelligste Form des Ausdrucks. Empfindungen mit Wörtern treffend zu beschreiben, fällt nicht jedem Mensch leicht. Aber Empfindungen zu zeigen schon eher. Selbst wenn diese dann oftmals ins Groteske überzeichnet werden, sind sie oft sprachraumübergreifend verständlich. Mithilfe von Fotos, Videos, Emojis und Sprachnachrichten zu kommunizieren wird dank Snapchat und Whatsapp selbstverständlicher.

„Man muss nur um die Ecke denken.“

„Man muss nur um die Ecke denken.“ Ich schmunzelte, als ich den Satz von Marc las. Und dachte bei mir, dass dieses “nur” vermutlich so einige im Publikum verrückt machte. Ich selber finde das ja auch. Ideen und mögliche Geschichten fliegen mir andauernd entgegen. Manchmal braucht es nur eine kurze Hin- und Hertwitterei mit Menschen wie Marc und schon hüpfen wir alle mit frischen und knallbunten Ideen wieder an unsere Arbeit. Und ich kann mir oft gar nicht vorstellen, dass es anderen nicht auch so geht.

Das Gras auf der anderen Seite des Zauns: Ist das eigene Netzwerk nichts wert?

Meiner Ansicht nach hat jeder die Gestaltung seines Netzwerks und damit seiner Filterblase in der Hand. Wenn man das Gefühl hat, dass im Netzwerk etwas fehlt, sollte seine eigene Filterblase durch den Ausbau dieses Netzwerks weiten. Es ist möglich. Kostet Zeit? Jau. Zahlt sich aber langfristig aus: durch fruchtbaren Austausch, kritische Auseinandersetzungen, stetes Hinterfragen und ungewöhnliche Kooperationen.

Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das #DigitalLEBEN erklärt.

Als Social Web Ranger begleite ich Menschen und Unternehmen im digitalen Raum. Außerdem ist das Internet mein Großraumbüro. Ich selbst hege und pflege dort Projekte, die mir am Herzen liegen. Wie man Menschen für den digitalen Raum als selbstverständliche Erweiterung des Lebens interessieren oder gar begeistern kann, ist ein nicht unwesentlicher Teil meiner Arbeit. Und zwar aus zwei Gründen: zum einen bereichern lustlose, uninspirierte und per Copy&Paste hingeworfene Inhalte das Internet nicht, sondern verstopfen es nur. Damit ist niemandem gedient, übrigens auch nicht dem Verfasser. Zum anderen werden netzpolitische Themen erst dann für den einzelnen relevant, wenn es um die Verteidigung eines geschätzten Raumes geht. Wenn einem die Kneipe nebenan nichts bedeutet, ist es einem wurscht, ob sie wegen Luxussanierung schließen muss. Ist es die Stammkneipe, sieht das schon ganz anders aus.

Nun rief die SPD zu einer Blogparade zu #digitalLEBEN auf. Kurz vor Einsendeschluß knöpfe ich mir mit der kleinen Anleihe in der Überschrift bei Mark Twain die zehn Fragen vor.

Tweetup, Bookup, Sweetup – what’s up? Eine Übersicht.

»Da draußen versteht uns doch keiner mehr vor lauter ‪#‎Hashtags‬, Wibke?« schrieb Steffen Meier bei Facebook. Er machte dort auf Veranstaltungsformen aufmerksam, die nun auch in die Buchbranche geschwappt sind: Tweetups, genauer: #bookupDE und #ReadUp. Da blickt vermutlich niemand mehr durch, schon gar nicht die Menschen, deren Gesicht sich allein bei TWEETUP zu einem einzigen Fragezeichen verzieht.

Ist die Katze aus dem Haus … Oder: Der abwesende Moderator

Wer selbst bloggt oder etwas ins Internet hineinschreibt, kennt vermutlich das Kribbeln in den Minuten und Stunden danach, wenn Benachrichtigungen über Kommentare eintreffen. Kommentare und eine sich entspinnende Diskussion in den Kommentaren sind eine wertvolle Bestätigung, ob man mit einem Artikel ins Schwarze getroffen hat. Wenn über ein Thema oder eine Frage lebhaft diskutiert wird, kann für alle Beteiligten ein Erkenntnisgewinn dabei herausspringen. Wohlgemerkt: kann.