Danke für den Gruß: Die geheimnisvolle Welt von #printtwitter

Serendipity. Etwas finden, wonach man gar nicht gesucht hatte. Und das einen überrascht oder erfreut. Das ist für mich #printtwitter: Anzeigen in der Rubrik Glückwünsche & Persönliches meiner Tageszeitung.

Kleinanzeigen habe ich immer schon beinahe lieber gelesen als die Artikel. Ich lese immer noch täglich die Tageszeitung und erhoffe mir von dieser Lektüre einen Überblick über die Weltlage, aber vor allem Informationen und Geschichten aus der Stadt und der Region, in der ich lebe. (Von letzterem wünschte ich mir ja mehr, während ich mich über die Weltlage ohnehin gern über Medien hinweg informiere.)

Die Welt in einer Nußschale: #printtwitter

Aber: Kleinanzeigen. Wunderbar. Die große Welt in wunderlichen Mikrokosmen. Menschliches und Allzumenschliches. Tiere. Sensationen. Belanglosigkeiten. Kleine und große Nöte. Verlust. Freude. Hinter jeder Kleinanzeige verbirgt sich die Geschichte eines Menschen. Das fasziniert nicht nur mich: der eine sammelt Todesanzeigen (www.todesanzeigensammlung.de), eine andere besucht die Menschen hinter den Annoncen oder ein Roger Willemsen stürzt sich begeistert auf Kontaktanzeigen.

Seit 2012 sammele ich meine Fundstücke im Blog. Zuvor habe ich mich allein darüber amüsiert oder sie dem Mann beim Frühstück vorgelesen. Dann wollte ich eigentlich nur mal IFTTT in Kombination mit Instagram und Tumblr ausprobieren, ich brauchte einen Namen dafür − und schupp, war #printtwitter geboren. Die Ausbrüche, Seltsamkeiten, Nölereien, Nonmentions und Gespräche, die oft knapp aneinander vorbeischrammen, erinnern mich in der Tat an Twitter, das ich nicht zuletzt wegen dieser Eigenheiten immer noch sehr schätze.

#printtwitter im Fernsehen und auf der Bühne Klick! Und weiterlesen …

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Zehn Youtube-Kanäle für Inspiration und gute Laune

Youtube − Unendliche Weiten. Gemeinhin wird Youtube gepriesen als das, was wir künftig alle linearem Fernsehen vorziehen oder vorziehen werden. Oder, wenn nicht wir, dann die digital Geborenen (übersetzt klingt das ja noch dämlicher als im Englischen). Hin und wieder werden dann berühmte oder wenigstens erfolgreiche Youtuber auf dem Silbertablett durch den digitalen Raum getragen. Irgendwo brechen Teenies kreischend zusammen, weil sich eine Schminktutorial-Youtuberin einen Nagellack im Drogeriemarkt kauft. Das große Geld wird bei Youtube verdient, sagt man.

Nun. Dieser Tage geht dann die Kunde durch den digitalen Raum, dass es eine große Frage-und-Antwort-Show mit LeFloid und unserer Kanzlerin (die kennt Ihr hoffentlich auch ohne Link) geben wird. Unter dem Hashtag #NetzfragtMerkel kann man Fragen stellen, die dann wiederum LeFloid Merkel bei Youtube stellen wird. Ich sah mir mal wieder ein paar Videos von LeFloid an und fragte mich, warum Youtuber eigentlich immer soviel zappeln und so affektiert sprechen müssen. Ich finde das im Grunde ja gar nicht schlecht, was er macht. Aber … es macht mich auch ein klein wenig wahnsinnig.

Wenn ich mir Youtube ansehe, dann schaue ich mir Mitschnitte von Vorträgen an und es gibt auch ein paar journalistische Formate, die ich schätze.  Viel öfter gucke ich aber Musikvidos und am liebsten inspirierende, schräge Formate im Muppet-Style. Aber was ich da so im Abo habe, das kann doch nicht alles sein? Zeit für eine Liste − und für Followerpower! Ich habe also einen Kiesel in den Teich von Facebook geworfen …

Bitteschön: Eine Liste, eine Liste! Zehn Kanäle, die ich mag und die mich inspirieren. Schöner Quatsch, liebevoll inszenierter Unsinn und auch was zum Herumdenken:

1. The School of Life Klick! Und weiterlesen …

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„Man muss nur um die Ecke denken.“

Dieses Zitat habe ich aus dem Artikel über die Jahrestagung des Arbeitskreises der Ratgeberverlage im Börsenblatt. Der Satz stammt von Marc Lippuner, den ich über #myRembrandt kennengelernt habe, eine wunderbare Aktion der Pinakotheken München (ausgezeichnet mit dem Virenschleuderpreis 2014). Mit den Kulturfritzen begleitet Marc derzeit mit #quer20 auf Blog, Twitter und Instagram das Jubiläum des Querverlags.

„Man muss nur um die Ecke denken.“ Ich schmunzelte, als ich den Satz von Marc las. Und dachte bei mir, dass dieses “nur” vermutlich so einige im Publikum verrückt machte. Ich selber finde das ja auch. Ideen und mögliche Geschichten fliegen mir andauernd entgegen. Manchmal braucht es nur eine kurze Hin- und Hertwitterei mit Menschen wie Marc und schon hüpfen wir alle mit frischen und knallbunten Ideen wieder an unsere Arbeit. Und ich kann mir oft gar nicht vorstellen, dass es anderen nicht auch so geht.

Dass das Finden von Ideen aber eine ziemlich verzwackte Angelegenheit ist, stelle ich in meinen Workshops zu Storytelling, Kreativität und Ideenfindung fest. Zum einen ist nicht jeder Mensch aus sich heraus kreativ. Da braucht es Anstöße von außen, Inspiration und kreative Impulse, damit die Ideen sprießen –oder mühsam am Wickel herbeigezogen werden können.

Zum anderen stimmen häufig die Bedingungen nicht, damit Ideen überhaupt entstehen können. Damit man überhaupt um die Ecke denken kann. Gerade wenn es um Ideen geht, die man in Social Media mit wenig Geld umsetzen kann, bedarf es meiner Meinung nach folgender Dinge:

Zeit.

Die braucht es, um sich im Social Web inspirieren zu lassen, Dienste ohne Druck auszuprobieren und mal Aktionen anderer mitzumachen. Damit man ein ein Gespür dafür bekommen kann, was funktioniert und was nicht. Vor allem braucht es Zeit, um sich auch außerhalb der Branche umzusehen. Es gibt schon zuviele ausgelutschte Ideen, die ein- oder zweimal in der Branche erfolgreich waren und als Best-Practice-Beispiele zu Tode reproduziert werden.

Kultur.

Und zwar eine Verlagskultur, die zulässt, dass man sich Zeit nimmt und die nicht nur auf Konversion und Zahlen schielt. Manche Ideen zünden nämlich erst, wenn man sie mit einer gewissen Hartnäckigkeit und Begeisterung verfolgt. Manche Ideen erschließen sich aber möglicherweise nur einem kleinen Kreis, der aber durchaus mit seinen Empfehlungen und seinem Wirken im und außerhalb des Social Webs relevant sein kann.  Man sollte meinen, dass ein solches Denken in Verlagen selbstverständlich ist. Immerhin produziert kein Verlag nur Bestseller …

Vernetzung.

Schließt an Punkt 1 an: Wer keine Community und keine verbindlichen Kontakte in Social Media hat (und mit seinem So-Sein einen gewissen menschlichen Wert für andere), wird es mit seinen Ideen schwer haben, Aufmerksamkeit und Relevanz zu erzeugen. Dafür passiert unentwegt zuviel im Web und auf der Welt und damit im Web. Der Aufbau eines stimmigen, wohlwollenden und aufnahmefreudigen Netzwerks macht einen unabhängig von Plattformen und Diensten. Ob Facebook, Twitter, Ello oder $NetzwerkderZukunft: Hat man einmal sein Netzwerk aufgebaut, findet man einander immer und überall wieder. Außerdem macht ein solches Netzwerk stark, insbesondere in kritischen Situationen. Und: Es macht Spaß! Wie mühsam ist es, wenn man mit seinen Pompons winkt, Purzelbäume schlägt und mit dem Einrad munter Kreise fährt und keinen interessiert’s …

Und hepp!

Dann denkt mal schön um die Ecke.

Blog der Kulturfritzen: kulturfritzen.wordpress.com (bitte mal #cave_expo ansehen und mitmachen!)

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Das Gras auf der anderen Seite des Zauns: Ist das eigene Netzwerk nichts wert?

Eigentlich kennt dieses Phänomen wohl jeder von uns: Ein Lob von Freunden freut. Aber ein Lob von Fremden gilt ungleich mehr. Ähnlich scheint es in Social Media zu sein: ein Like oder Teilen von vertrauten Kontakten wird gleichmütig hingenommen, während man auf den erlösenden Zuspruch von Unbekannt lauert. Es ist skurril, oder? Ich kann mich nicht völlig davon freisprechen, zumindest was das Lob angeht. Unbewusst schreibt man Fremden größere Objektivität zu, während doch Freunde viel besser darum wissen, mit wieviel Beharrlichkeit und Kraft man sich etwas erarbeitet hat.

Über dieses Phänomen habe ich schon seit längerem nachdenken müssen. In Workshops äußern Unternehmen und Kulturinstitutionen mitunter ihre Unzufriedenheit mit dem Zuspruch in Social Media. Von den Inhalten und deren Aufbereitung abgesehen, fehlt es oftmals an einer klaren Vorstellung über die Menschen, mit denen man über diese Inhalte in Kontakt treten möchte. Deutlich wird, dass man eigentlich andere erreichen möchte. Und nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem eigenen Haus oder Kolleginnen und Kollegen aus derselben Branche.

Diese Anderen möchte man, diese Kunden, die nicht Teil der Filterblase sind. Filterblase! Das ist auch etwas, das man in Gesprächen über Social Media oft hört. Insbesondere von denen, die sich das Geschehen lieber aus der Ferne ansehen. Ein Nasenrümpfen schwingt meist mit, als sei es anrüchig, wenn sich Menschen mit ähnlichen Vorlieben und Ansichten zusammenfinden.

Nun, von außen betrachtet wirkt es vermutlich auch etwas schräg. Zumindest wenn man sich etwa die Treffen von Social-Media-Menschen ansieht, die meist recht ausgelassen miteinander umgehen, so ohne allen Business-Firlefanz. Das wirkt dann rasch nach »nur Spaß« – und nicht nach seriöser Arbeit. Verdächtig! Sowas kann doch nur schwerlich Unternehmenszielen dienen, oder? Klick! Und weiterlesen …

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Was andere machen: #12von12

Zweihundertsiebzig Beiträge sind es bisher. Zweihundertsiebzig Menschen, die am 12. des Monats April mit zwölf Fotos ihren Tag dokumentiert haben. Gehütet wird das Fotoprojekt von Caro Kännchen vom Blog Draußen nur Kännchen.

Meine #12von12 im April.

Die  Regeln von #12von12 sind schnell vermittelt und leicht zu verstehen: Klick! Und weiterlesen …

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Von Orgeln und Mäusen: Storytelling für die Vermittlung von Wissen und Kultur

Die letzten Töne des Nachspiels sind verklungen. Der Organist seufzt zufrieden und packt seine Sachen zusammen. Er streichelt kurz über die Orgel und verlässt den Raum. Husch! Husch! Zwei Mäusenasen zucken schnuppernd zwischen den Orgelpfeifen. Die feinen Schnurrhaare zittern. Die Luft ist rein.

Lineares Storytelling im Internet – und dann auch noch eine Heldenreise? Mit einer Stoffmaus? Ja, genau. Seit Anfang Februar tummelt sich ein pelziger Tunichtgut im Internet und erlebt seine Geschichte von Abenteuer und Musik: die Orgelmaus.

Erzählen auf mehreren Ebenen

Die Orgelmaus ist ein Bildungs- und Kulturkommunikationsprojekt der Bayerischen Sparkassenstiftung in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt Regensburg. Das Transmedia-Storytelling-Projekt hat zwei Ebenen: auf der ersten Ebene erzählen wir die Geschichte der Orgelmaus als Heldenreise. Eine junge Maus soll die Nachfolge ihrer Mentorin und Großmutter antreten. Aber es gelüstet sie nach Abenteuern und der großen, weiten Welt. Es kommt, wie es kommen muss: ihr Wunsch geht in Erfüllung. Dass man vorsichtig sein muss mit dem, worum man die Götter bittet, stellt unsere Heldin rasch fest …

Auf einer zweiten Ebene werden erzählerisch musikalische und historische Fakten über die Orgel vermittelt. Beide Ebenen haben zum Ziel, Interesse, Sympathie und Aufmerksamkeit für die historische Orgel in Regensburg zu schaffen. Anlass für dieses Projekt ist die von der Firma Eule in Bautzen durchgeführte Restaurierung der historischen Orgel, die 1627 vom Nürnberger Stephan Cuntz gebaut wurde. Diese Maßnahme wird vom Sparkassenverband Bayern und der Sparkasse Regensburg gefördert. Anfang Juni wird die Rückkehr der Cuntz-Orgel mit einem Konzert in der Regensburger Minoritenkirche gefeiert.

Storytelling-Projekt planen und umsetzen

Im Grunde gibt es aber auch noch eine dritte erzählerische Ebene: Wie plant man ein solches Projekt und wie setzt man es um? Klick! Und weiterlesen …

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Indie, sweet Indie: Was ist der #indiebookday und warum sollte ich mitmachen?

Er ist kaum mehr wegzudenken: der Indiebookday. Zum ersten Mal fand er 2013 statt und war gleich ein voller Erfolg. Auch diesmal, am Samstag, den 21. März 2015, finden wieder in engagierten Buchhandlungen Aktionen zum Tag statt und das Social Web wird sich wieder mit Fotos von wunderbaren Büchern aus nicht minder wunderbaren Verlagen füllen.

Wie in den beiden Jahren zuvor plöppt zuverlässig die Frage auf, was denn nun eigentlich ein unabhängiger, junger oder Indie-Verlag ist. Jau. Klick! Und weiterlesen …

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Hefte raus, wir schreiben einen Test! #seminare

Nein, keine Sorge. So etwas kommt in meinen Seminaren nicht vor. Also, bisher nicht. Wer mal einen kleinen Einblick nehmen möchte, wie etwa ein Seminar mit Studentinnen und Studenten an der Universität zu Köln abläuft, hat nun die Gelegenheit. Für das Seminar Alles so schön bunt hier! Social Media souverän und professionell nutzen gab es ein begleitendes Blog: http://schoenbunthier.tumblr.com.

Dort habe ich den Ablauf beschrieben und man kann einige Ergebnisse einsehen.

Darf es ein Seminar mit mir sein? Klick! Und weiterlesen …

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Lern’ doch, was du willst! Über die Lust am Lernen. Eine Abschweifung.

»Reiten kommt vom Reiten!« rief mein Reitlehrer immer munter an den Tagen, wenn ich mit meinen Künsten unzufrieden war und entschuldigend das Ross tätschelte. Sich wieder entspannen. Lachen. Vertrautes wiederholen, denn Erfolgserlebnisse machen wieder bereit für das Üben von dem, was noch nicht sitzt. Sieben Jahre war ich alt, als ich im Reitverein begann, das Reiten zu erlernen. Wie vermutlich bei allen Sportarten lernt man unter Schweiß und Tränen, dass sich Lernen nicht erzwingen lässt. Und dass es Tage gibt, an denen man in Sprüngen dazulernt, während man an anderen Tagen eine begriffsstutzige Trantüte ist. Reiten zu lernen hat mich schon sehr früh gelehrt, dass Lernen niemals aufhört.

Nachdem der von mir sehr geschätzte Bob Blume vor einer Weile zu einer Blogparade zur Lernlust einlud, turnten viele solcher Gedanken in meinem Kopf herum. Das tun sie immer noch und ein paar habe ich hier herausgezupft. Es geht um Erfahrungen aus der Schulzeit und wie sie meine Lust am Lernen beeinflusst hat. Ich konnte mir aber auch ein paar Gedanken zu Lernen und Bildung allgemein nicht verkneifen. Klick! Und weiterlesen …

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Zukunft? Gegenwart? Auf Zeitreisen mit Aktion Mensch #zki2025

Vielfalt. Respekt. Wertschätzung. Vertrauen. Achtsamkeit. Freundlichkeit.

Um diese Werte ging es in vielen Gesprächen auf den Veranstaltungen, die ich in den letzten Minuten (hihi, MONATEN, natürlich) besucht habe. Egal ob es um Storytelling, Publishing, Kultur, die Nutzung von digitalen Medien in der Schule, Cybermobbing oder Netzpolitik ging. Zu meinem Entzücken, denn mich langweilen die auf Technologien konzentrierten Diskussionen zuletzt zunehmend, wo es doch eher um die Verständigung über den Umgang miteinander gehen muss. Und um Lösungen, die die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen abbilden. In einer eher digizentrischen Welt verfügen wir alle über ausreichend Internet, entsprechende Geräte und erfüllen Aufgaben, die die Möglichkeiten des Digitalen ausloten und mit denen man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Der Alltag ist aber vielfältiger, und der Prozess, der zu einer sinnvollen Verknüpfung von digitaler und analoger Welt führt, ist ein langsamer. Schmerzvoll langsam für viele, die Ideen und Lösungsvorschläge haben, wie dieser Prozess stattfinden oder sogar beschleunigt werden kann.

Dass für uns alle Gegenwart und Zukunft nicht gleichzeitig stattfinden, ließ sich recht gut beim Zukunftskongress der Aktion Mensch erkennen. Klick! Und weiterlesen …

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